Die Ordnung wächst am 22.09.2009

Hallo Leute!

Ich habe heute zwei Sachen festgestellt:

1.

Die Baulust hat mich wieder. Das Baugeschehen und das Wachsen (auch das Bloggen) machen mir zunehmend Freude. Auch das künftige Ergebnis erwarte ich mit innerlicher Vorfreude.

2.

Ich hatte vor einigen Jahren eine Diskussion mit einem Bauingenieur, warum eigentlich immer alles im rechten Winkel gebaut wird. Wir sind nicht so recht zusammen gekommen mit der Erklärung. Erweist sich jetzt aber als nützlich und legt mir über einige jetzt wirklich unwichtige gedankliche Schleifen den Schluss nahe, dass der Mensch in seinem zentralen Streben (Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung jetzt mal ausgeklammert) immer darauf aus ist, die Ordnung um sich herum zu vergrößern und die Unordnung zu verkleinern. Das macht ihm wohl das Leben leichter und durchschaubarer, oder? Der Physiker spricht von der Reduzierung der Entropie, wenn man Energie einbringt. Beim Bau bedeutet das, ein regelmäßiges Gebilde zu schaffen, das sich von der "Unordnung" (auch Vermischung) der Natur unterscheidet - und das kostet natürlich Energie (Schweiß, Diesel, Nachdenken, Geld u.a.). Oder anders ausgedrückt: Ordnung ist das halbe Leben. Jaja, ich weiß, es gibt auch andere Sprüche... Aber das will ich jetzt wirklich nicht hören!

Denn: Genau das mit der Verkleinerung der Unordnung durch Aufwendung von Energie passiert auch heute auf der Baustelle: Aus den vormals wandernden Haufen kristallisieren sich künstliche, rechtwinklige Steine. Seht selbst und staunt.

(Und wenn wir später nicht ständig Energie in das Bauwerk reinstecken, holt sich die Natur die Sache wieder und verkleinert die Ordnung...)

Jetz hör ich aber auf - Jan.

 

Ordnung um Unordnung herum.

Ordnung in der Unordnung (Sortierung nach "Korngröße" ).

Ordnung aus der Sicht eines Kabels (This is "my way" ).

Die Ordnungs-Macher von H&V.

22.9.09 21:40

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Franck / Website (24.9.09 21:06)
Fortschritt ist immer gut, so haben zumindest wir das gelernt. Aber wäre es nicht klüger, gleich rund oder wenigstens antroposophisch zu bauen, da doch Wetter, Pflanzen und Insekten sich eine runde Form sehr viel langsamer "zurückholen", als einen 90° Winkel?
Ordnung ist das halbe Leben, und was ist mit der anderen Hälfte? Es ist schön, etwas wachsen zu sehen.
Gruß und gut Strich an alle Beteiligten! Franck


Jan (25.9.09 22:13)
Hi Franck,

das wirft grad wieder viele neue Fragen auf:

Die Idee mit der runden Ecke ist nicht verkehrt - erfordert sie aber noch mehr Energie bei der Errichtung, um der Natur dann wieder noch mehr Energie, sprich Zeit bei der Annahme immer gleicher Ameisen- und Regenhäufigkeit, abzuverlangen, es wieder zu deregulieren. Simmt der Energieerhaltungssatz wieder (Physik Klasse 9?)

Ist ein Antroposophus sowas wie ein Rhombus?
Oder ein Antroposophat ähnlich einem Quadrat?
Oder natürlich ein Antroposopheck ein Dreieck, nur mit "anders viel" Ecken.
Wie baut man antrophosophisch ohne rechten Winkel?

Verwendung nichtrechter Winkel beim Fussboden bedeutet übrigens, dass die Milch dem Katzennapf immer zu einer Seite rausläuft und sich in einer Ecke des Zimmers ansammelt - wie alle Flüssigkeikeit. Ganz praktisch, nicht? Kann man ein kleines Löchlein bohren nach draußen.

Konkrete kreative Vorschläge zur anderen Hälfte des Lebens???

Bin gespannt und grüße Dich herzlich - J.


Franck / Website (29.9.09 18:45)
Hallo Jan,

die Bohrung im Katzennapf ist nicht erforderlich. Zur einschlägigen kritischen Auseinandersetzung mit dem "schiefen" Quadrat (Anthroposophie) empfiehlt sich:
Charlotte Rudolph: "Wege zur Versteinerung". Ist übrigens selbst Waldorf-Schülerin gewesen.
Im Übrigen beträgt die Abweichung von der Waagerechte bei der Cheops-Pyramide auf eine Länge von 215m gerade einmal 15mm ! Ich würde lieber noch mal nachmessen beim neuen Haus.
Gruß und allzeit gut Strich, F.


Franck / Website (29.9.09 20:07)
Ganz vergessen, die andere Frage:
Ich glaube, man erreicht immer dann eine Stillstandsphase, wenn man dass Ordnungsbedürfnis als Dogma begreift und keinen Ausweg aus den eigefahrenen Schienen mehr erkennt. Es ist, glaube ich, sehr wichtig, die allgemeine Ordnung vorübergehend (!!!) auch mal zu verlassen, um den Blick und die Aufnahmefähigkeit für das Chaos nicht zu verlieren. Das Chaos ist das Gegenteil der Ordnung und meines Wissens haben immer nur die plus/minus-Kombinationen irgendetwas hervorgebracht, niemals die plus/plus- oder minus/minus-Kombinationen. Aber man könnte ja wenn Not am Mann ist, einen Elektroniker fragen, der lebt von diesem Gegensatz.

Herzlichen Gruß an alle alten und NEUEN Beteiligten,

F. (ein Beobachter)

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